*/1
SCYTHE:
DIE DRITTE, GRÖSSTE
UND LETZTE ERWEITERUNG
ZU SCYTHE
AUFSTIEG DER FENRIS
scroll
ALS 2016 EIN STERN
AM BRETTSPIELHIMMEL EMPORSTIEG

Als Scythe 2016 erschien, gewann es die Kritiker und Brettspielfans auf der ganzen Welt für sich und gehört 2019 immer noch zu den beliebtesten Brettspielen unserer Zeit (BGG Liste). Scythe zog uns mit künstlerischen Zeichnungen vom Illustrator und Künstler Jacub Rozalski direkt in seinen Bann und gehört in meinen Augen zu den schönsten Brettspielen, die jemals herausgebracht wurden. Es verschafft mir das Gefühl, in einem Kunstmuseum zu spielen, in dem jede Spielkarte und die unterschiedlichen Spielertableaus Wandgemälde sind.  Die tolle Grafik wird durch das interessante Setting unterstützt. 

Denn es spielt in den fiktiven 1920er Jahren, in denen Mechs die Fraktionen und Länder unterstützen, was Vergangenheit und Zukunft in einer erfundenen Welt vereint. Das Spielmaterial – sei es die normale Version oder die hochwertige Kickstarter-Variante – muss sich vor der Konkurrenz nicht verstecken. Dazu kommt der hohe Wiederspielwert, der durch viele unterschiedliche Fraktions- und Spielertableaus garantiert wird. Sie stellen die Spieler vor immer neue Herausforderungen und fühlen sich alle anders an.

Gehe auf die < Pfeile >  um ein weiteres Bild zu sehen

Von Tobias Franken
Gaming Wolves

Die beiden vergangenen Erweiterungen haben das Grundspiel sinnvoll unterstützt und flexibler gemacht. Zum einen gab es die Invasoren aus der Ferne, bei denen wir endlich die beiden fehlenden Fraktionen zur Verfügung gestellt bekamen, was die maximale Spieleranzahl auf sieben erhöhte. Beide Fraktionen sind aber definitiv nur etwas für erfahrene Scythe-Veteranen; Anfänger sollten sie erst einmal vernachlässigen.

2017 erschien die zweite Erweiterung Kolosse der Lüfte, wodurch das Spiel noch flexibler wurde. Die Luftschiffe schaffen in jeder Partie andere Optionen und Voraus-setzungen – so wurde Scythe noch abwechslungsreicher.

EIN EPISCHES SPIEL ERHÄLT SEINEN KRÖNENDEN ABSCHLUSS

Alle Scythe-Fans waren gespannt auf die letzte Erweiterung, denn was könnte man noch einbauen, verändern oder sogar verbessern? Oder würde das Spiel kaputt optimiert werden und seinen bisherigen Charme verlieren? 

Ich kann jeden Scythe-Fan beruhigen: Die letzte und größte Erweiterung zu Scythe ist ein Geniestreich und wird dem Ab-schluss der Reihe in jeder Hinsicht gerecht. Warum ich das so
empfinde? Das erläutere ich euch sehr gerne. 

Aufstieg der Fenris bietet zum einen eine Kampagne, die uns acht spannende Episoden schenkt, welche ich mit zwei Gruppen durchgespielt habe. Dazu ist sie vollständig wiederspielbar und zurücksetzbar und kann ein zweites Mal gespielt, wiederverkauft oder verschenkt werden.
Die Kampagne bietet zahlreiche Überraschungen, viele Frei-schaltungen, dauerhafte Komponenten und Module. Ich kann jedem nur empfehlen, die Kampagne mit der gleichen Gruppe zu spielen und zu erleben. Das Gute ist, dass die Erweiterung euch eine Möglichkeit bietet, Spieler auszutauschen, sollte man darauf zurückgreifen müssen.

Zusätzlich zur Kampagne gibt es elf neue Module. Man kann sie durch die Kampagne Stück für Stück kennenlernen oder einzelne Module direkt in eine Partie integrieren - wie es einem beliebt. Sie sind mit jeder Erweiterung kompatibel und schenken den Spielern sogar eine vollständig kooperative Variante.

Der Großteil des Materials befindet sich in fünf ver-schlossenen Paketen und auf sechs geordneten Stanzbögen - es soll erst nach und nach entdeckt werden. Das Grundspiel braucht man natürlich, um Aufstieg der Fenris spielen zu können.

HÄLT DIE ERWEITERUNG, WAS SIE VERSPRICHT?

Das alles spiegelt natürlich in erster Linie meine persönliche und die gesammelte Meinung meiner Mitspieler aus beiden Spielgruppen wieder. Ich habe die Kampagne einmal zu dritt und einmal zu viert durchgespielt. Dazu habe ich Dietmar Gottschick zu einer Spielgruppe eingeladen, da er für mich in Deutschland der Scythe-Spieler schlechthin ist. Er hat mehr als 100 Partien hinter sich, seine Meinung zur Kampagne und der dritten Erweiterung war mir für diesen Artikel daher sehr wichtig.

Ich habe mir die folgenden Fragen gestellt:

• Was bietet die Kampagne?

• Wie abwechslungsreich sind die Episoden?

• Wird Scythe durch die neuen Module interaktiver?

• Wie gut sind die 11 Module?

Dietmar Gottschick

Kampagnenbogen

Es gibt einen Kampagnenbogen, auf dem man seine Erfolge und Fortschritte notiert. Es fühlt sich an wie bei einem Pen-and-Paper-Rollenspiel, was ich richtig cool fand. Dort kann man im Verlauf der Kampagne neu erhaltene Module ein-tragen.

In einigen Episoden erhalten die Spieler Aufbau-Boni, während des Spielaufbaus können sich die Spieler einen einmaligen Sofort-Bonus kaufen und in jeder Episode andere Start-Vorteile erhalten - wie mit zwei Ressourcen seiner Wahl oder mit einem zusätzlichen Arbeiter zu be-ginnen, sofern die Spieler das nötige Kleingeld haben, den Bonus zu kaufen.

WAS BIETET DIE KAMPAGNE?

Es gibt einen Vermögensbereich, in dem man am Ende des Spiels seinen finalen Münzwert notiert und sich im Kampagnenverlauf neue Vorteile kaufen darf. Am Ende zählt das Vermögen als Siegpunkte und ermittelt den Gewinner der Kampagne.
Zuletzt gibt es beim Kampagnenbogen noch die Erfolgs-chronik. Für jeden Stern, den man bei einer Episode er-folgreich platziert hat, darf man sich am Ende des Spiels dort ein Kreuz markieren. Für jede vollständig markierte Zeile und Spalte erhalten die Spieler einen 25–Dollar-Bonus am Ende der Kampagne. Er kann sich stark auf dem Gesamtsieg oder die Niederlage auswirken.

WIE ABWECHSLUNGSREICH SIND DIE EPISODEN?

Jede Partie spielt sich anders, man bekommt permanent Überraschungsmomente und Wow-Effekte geboten. Die Spieler werden im Verlauf der Kampagne sogar vor die Wahl gestellt, ob sie den einen oder anderen Weg einschlagen möchten. Ich habe beide Wege gespielt und kann euch versichern, dass sie sich komplett voneinander unter-scheiden - man erlebt Scythe auf zwei völlig unterschied-liche Arten. Das bietet einen zusätzlichen Reiz, die Kampagne ein zweites Mal zu spielen. Denn die Spieler wollen sicher wissen, wie der andere Weg sich spielt und endet. Dazu braucht sich niemand Sorgen zu machen, denn es gibt im Spiel permanent neue Voraussetzungen, wodurch sich kein Spiel gleich anfühlt oder aufhört. Sollte man mit einer Fraktion doch nicht so klarkommen, gibt es zweimal die Möglichkeit, das zu korrigieren und eine andere zu wählen. 

All das finde ich hervorragend gelöst; es schenkt extrem viel Abwechslung und Spannung in jeder Episode. 

Alle Solo-Spieler unter euch kommen in den Genuss, die Kampagne vollständig im Alleingang zu erleben. Jede Episode hat eigenständige Automa-Regeln (= automatischer Gegner). Die habe ich nicht getestet, da ich Brettspiele prinzipiell nicht alleine spiele.


Jede Mission kommt mit einer tollen Hintergrundgeschichte daher und passt perfekt zum „Fluff“ des Spiels. Das schenkt Scythe die passende Atmosphäre und einen interessanten und perfekten Abschluss der Story.

Wird Scythe durch die neuen Module interaktiver?

Wir fanden sie alle sehr gut und vor allem abwechs-lungsreich. Um die Frage genauer zu beleuchten, muss man aber an der einen oder anderen Stelle etwas spoilern. Ich werde versuchen so wenig wie möglich preis-zugeben und Spoiler klar zu kennzeichnen!

Die größte Schwäche von Scythe ist, dass jeder Spieler erst einmal für sich spielt und sehr wenig Interaktion zustande kommt. 

Einzig, wenn der eine oder andere Spieler rekrutiert, kommt Interaktion auf, da jeder Nachbar einen Bonus erhält, wenn die untere Aktion vom Spielertableau aktiviert wurde. Die andere Interaktion im Spiel ist der Kampf, der aber nur Mittel zum Zweck ist und meistens erst gegen Ende des Spiels an Bedeutung gewinnt. Aufstieg der Fenris behebt genau diese Schwächen und schenkt den Spielern eine Reihe unterschiedlicher Module und Optionen, wodurch mehr Interaktion entsteht.


WIE GUT SIND DIE 11 MODULE?

Eine neue Option für mehr Interaktion und Abwechslung ist das Punktboard. Es bietet den Spielern neue Voraussetzungen - etwa dass man vier Sterne für vier siegreiche Kämpfe erhält, wodurch zwangsläufig mehr Interaktion entsteht. 

Es gibt Marker, Positionen, Missionen und spielgesteuerte Gegner, um die Interaktion zu steigern. So werden die Spieler gezwungen, ihre Spielausrichtung auf bestimmte Punkte zu fokussieren, was unseren Spielergruppen ausgesprochen gut gefallen hat.

Man kann also Scythe jetzt deutlich konfrontativer spielen als zuvor – was meiner Ansicht nach wesentlich besser zu der fiktiven Hintergrundstory und den dazugehörigen imposanten Mechs passt als das eigentliche Grundspiel (Wirtschafts-Aufbauspiel). Es ist jetzt möglich, Bündnisse zu schließen. Dadurch erhält Scythe ein Diplomatie-System, das äußerst interessant werden kann. 

Je nachdem, ob man den diplomatischen Vorteil auskostet oder im Spielverlauf brechen muss, entstehen für die Spieler unterschiedliche Konsequenzen.

Dazu gibt es zwei neue Fraktionen, woran vor allem Vielspieler und Scythe-Veteranen ihre große Freude haben werden. Beide passen perfekt zur Hintergrundstory, machen richtig viel Spaß, sind herausfordernd und extrem stark. Ich finde, dass sie im Vergleich zu den älteren Fraktionen eine Spur überpowert sind. Da wird die Zeit zeigen, ob sich mein Gefühl der ersten Spiele bewahrheitet oder es sich am Ende einpendelt. 

Es ist aber auch möglich, nicht nur gegen die Mitspieler anzutreten, sondern zusätzlich einen Automa-Gegner hinzuzunehmen. Leider macht er das Spiel unvorhersehbar und glückslastig, da alle Aktionen durch Zufall entschieden werden. Seine Bewegung wird durch zwei Würfel ermittelt, seine Kampfstärke durch die Kombination aus Würfel und aufgedeckten Karten. Das wurde in meinen Spielrunden mit gemischten Gefühlen aufgenommen und konnte nicht jeden gänzlich überzeugen. 

Zum Schluss besteht auch die Chance, Scythe kooperativ im Team zu erleben. So spielen die Spieler gegen das Spiel und erhalten eine völlig neue Variante und Erfahrung, die man auf jeden Fall einmal ausprobieren sollte.

Gehe auf die < Pfeile >  um ein weiteres Bild zu sehen

Hörspiel von StefZ Hörspiele 
Hintergrundgeschichte aus Scythe: Aufstieg der Fenris

tagebuch

Benny von BrettspielSuchties (YouTube) gibt seine ersten
Eindrücke von Scythe: Aufstieg der Fenris wieder.

VERLAG:  Stonemaier Games,
Feuerland Spiele
AUTOREN: 
Ryan Lopez DeVinaspre,
Jamey Stegmaier
GRAFIK: Jakub Rozalski
ERSCHEINUNGSJAHR: 2018
SPRACHE: Deutsch
SPIELER: 1 - 5
ALTER: ab 12 Jahren
DAUER: 75 - 100 Minuten

Vielspieler
Fazit: dietmar
fazit: melanie
Spielpunkt.net
Gaming Wolves
Fazit: Tobias
DIE DRITTE, GRÖSSTE UND LETZTE ERWEITERUNG ZU SCYTHE
ALS 2016 EIN STERN
AM BRETTSPIELHIMMEL
EMPORSTIEG

Als Scythe 2016 erschien, gewann es die Kritiker und Brettspielfans auf der ganzen Welt für sich und gehört 2019 immer noch zu den beliebtesten Brettspielen unserer Zeit (BGG Liste). Scythe zog uns mit künstlerischen Zeichnungen vom Illustrator und Künstler Jacub Rozalski direkt in seinen Bann und gehört in meinen Augen zu den schönsten Brettspielen, die jemals herausgebracht wurden. Es verschafft mir das Gefühl, in einem Kunstmuseum zu spielen, in dem jede Spiel-karte und die unterschiedlichen Spieler-tableaus Wandgemälde sind.  Die tolle Grafik wird durch das interessante Setting unter-stützt. 

Denn es spielt in den fiktiven 1920er Jahren, in denen Mechs die Fraktionen und Länder unterstützen, was Vergangenheit und Zukunft in einer erfundenen Welt vereint. Das Spiel-material – sei es die normale Version oder die hochwertige Kickstarter-Variante – muss sich vor der Konkurrenz nicht verstecken. Dazu kommt der hohe Wiederspielwert, der durch viele unterschiedliche Fraktions- und Spieler-tableaus garantiert wird. Sie stellen die Spieler vor immer neue Herausforderungen und fühlen sich alle anders an.

Die beiden vergangenen Erweiterungen haben das Grundspiel sinnvoll unterstützt und flexibler gemacht. Zum einen gab es die Invasoren aus der Ferne, bei denen wir endlich die beiden fehlenden Fraktionen zur Verfügung gestellt bekamen, was die maximale Spieleranzahl auf sieben erhöhte. Beide Fraktionen sind aber definitiv nur etwas für erfahrene Scythe-Veteranen; Anfänger sollten sie erst einmal vernachlässigen.

Alle Scythe-Fans waren gespannt auf die letzte Erweiterung, denn was könnte man noch einbauen, verändern oder sogar verbessern? Oder würde das Spiel kaputt optimiert werden und seinen bisherigen Charme verlieren?

Ich kann jeden Scythe-Fan beruhigen: Die letzte und größte Erweiterung zu Scythe ist ein Geniestreich und wird dem Abschluss der Reihe in jeder Hinsicht gerecht. Warum ich das so empfinde? Das erläutere ich euch sehr gerne.

Aufstieg der Fenris bietet zum einen eine Kampagne, die uns acht spannende Episoden schenkt, welche ich mit zwei Gruppen durch-gespielt habe. Dazu ist sie vollständig wieder-spielbar und zurücksetzbar und kann ein zweites Mal gespielt, wiederverkauft oder verschenkt werden. Die Kampagne bietet zahl-reiche Überraschungen, viele Freischaltungen, dauerhafte Komponenten und Module. Ich kann jedem nur empfehlen, die Kampagne mit der gleichen Gruppe zu spielen und zu erleben. Das Gute ist, dass die Erweiterung euch eine Möglichkeit bietet, Spieler auszutauschen, sollte man darauf zurückgreifen müssen.

2017 erschien die zweite Erweiterung Kolosse der Lüfte, wodurch das Spiel noch flexibler wurde. Die Luftschiffe schaffen in jeder Partie andere Optionen und Voraus-setzungen – so wurde Scythe noch abwechslungsreicher.

EIN EPISCHES SPIEL ERHÄLT SEINEN KRÖNENDEN ABSCHLUSS

Zusätzlich zur Kampagne gibt es elf neue Module. Man kann sie durch die Kampagne Stück für Stück kennenlernen oder einzelne Module direkt in eine Partie integrieren - wie es einem beliebt. Sie sind mit jeder Erweiterung kompatibel und schenken den Spielern sogar eine vollständig kooperative Variante.

Der Großteil des Materials befindet sich in fünf verschlossenen Paketen und auf sechs ge-ordneten Stanzbögen - es soll erst nach und nach entdeckt werden. Das Grundspiel braucht man natürlich, um Aufstieg der Fenris spielen zu können.

Gehe auf die < Pfeile > um ein weiteres Bild zu sehen

Dietmar Gottschick

Es gibt einen Vermögensbereich, in dem man am Ende des Spiels seinen finalen Münzwert notiert und sich im Kampagnenverlauf neue Vorteile kaufen darf. Am Ende zählt das Vermögen als Siegpunkte und ermittelt den Gewinner der Kampagne.
Zuletzt gibt es beim Kampagnenbogen noch die Erfolgschronik. Für jeden Stern, den man bei einer Episode erfolgreich platziert hat, darf man sich am Ende des Spiels dort ein Kreuz markieren. Für jede vollständig markierte Zeile und Spalte erhalten die Spieler einen 25–Dollar-Bonus am Ende der Kampagne. Er kann sich stark auf dem Gesamtsieg oder die Niederlage auswirken.

Kampagnenbogen

Gehe auf die < Pfeile > um ein weiteres Bild zu sehen

Hörspiel von StefZ Hörspiele Hintergrundgeschichte aus
Scythe: Aufstieg der Fenris

Hörspiel

Von Tobias Franken
Gaming Wolves

HÄLT DIE ERWEITERUNG, WAS SIE VERSPRICHT?

Ich habe mir die folgenden Fragen gestellt:

• Was bietet die Kampagne?

• Wie abwechslungsreich sind die Episoden?

• Wird Scythe durch die neuen Module interaktiver?

• Wie gut sind die 11 Module?

Das alles spiegelt natürlich in erster Linie meine persönliche und die gesammelte Meinung meiner Mitspieler aus beiden Spielgruppen wieder. Ich habe die Kampagne einmal zu dritt und einmal zu viert durchgespielt. Dazu habe ich Dietmar Gottschick zu einer Spielgruppe eingeladen, da er für mich in Deutschland der Scythe-Spieler schlechthin ist. Er hat mehr als 100 Partien hinter sich, seine Meinung zur Kampagne und der dritten Erweiterung war mir für diesen Artikel daher sehr wichtig.

WAS BIETET DIE KAMPAGNE?

Es gibt einen Kampagnenbogen, auf dem man seine Erfolge und Fortschritte notiert. Es fühlt sich an wie bei einem Pen-and-Paper-Rollen-spiel, was ich richtig cool fand. Dort kann man im Verlauf der Kampagne neu erhaltene Module eintragen.

In einigen Episoden erhalten die Spieler Aufbau-Boni, während des Spielaufbaus können sich die Spieler einen einmaligen Sofort-Bonus kaufen und in jeder Episode andere Start-Vorteile erhalten - wie mit zwei Ressourcen seiner Wahl oder mit einem zu-sätzlichen Arbeiter zu beginnen, sofern die Spieler das nötige Kleingeld haben, den Bonus zu kaufen.

Jede Partie spielt sich anders, man bekommt permanent Überraschungsmomente und Wow-Effekte geboten. Die Spieler werden im Verlauf der Kampagne sogar vor die Wahl gestellt, ob sie den einen oder anderen Weg einschlagen möchten. Ich habe beide Wege gespielt und kann euch versichern, dass sie sich komplett voneinander unterscheiden - man erlebt Scythe auf zwei völlig unterschiedliche Arten. Das bietet einen zusätzlichen Reiz, die Kampagne ein zweites Mal zu spielen. Denn die Spieler wollen sicher wissen, wie der andere Weg sich spielt und endet.

Dazu braucht sich niemand Sorgen zu machen, denn es gibt im Spiel permanent neue Voraussetzungen, wodurch sich kein Spiel gleich anfühlt oder aufhört. Sollte man mit einer Fraktion doch nicht so klarkommen, gibt es zweimal die Möglichkeit, das zu kor-rigieren und eine andere zu wählen. All das finde ich hervorragend gelöst; es schenkt extrem viel Abwechslung und Spannung in jeder Episode.

Alle Solo-Spieler unter euch kommen in den Genuss, die Kampagne vollständig im Allein-gang zu erleben. Jede Episode hat eigen-ständige Automa-Regeln (= automatischer Gegner). Die habe ich nicht getestet, da ich Brettspiele prinzipiell nicht alleine spiele. 

Jede Mission kommt mit einer tollen Hinter-grundgeschichte daher und passt perfekt zum „Fluff“ des Spiels. Das schenkt Scythe die passende Atmosphäre und einen interes-santen und perfekten Abschluss der Story. 

WIE ABWECHSLUNGSREICH
SIND DIE EPISODEN?
Wird Scythe durch die neuen Module interaktiver?

Wir fanden sie alle sehr gut und vor allem abwechslungsreich. Um die Frage genauer zu beleuchten, muss man aber an der einen oder anderen Stelle etwas spoilern. Ich werde versuchen so wenig wie möglich preiszugeben und Spoiler klar zu kennzeichnen! 

Die größte Schwäche von Scythe ist, dass jeder Spieler erst einmal für sich spielt und sehr wenig Interaktion zustande kommt. Ein-zig, wenn der eine oder andere Spieler rekrutiert, kommt Interaktion auf, da jeder Nachbar einen Bonus erhält, wenn die untere Aktion vom Spielertableau aktiviert wurde. Die andere Interaktion im Spiel ist der Kampf, der aber nur Mittel zum Zweck ist und meistens erst gegen Ende des Spiels an Bedeutung gewinnt. 

Aufstieg der Fenris behebt genau diese Schwächen und schenkt den Spielern eine Reihe unterschiedlicher Module und Optionen, wodurch mehr Interaktion entsteht. 

WIE GUT SIND DIE 11 MODULE?

Eine neue Option für mehr Interaktion und Abwechslung ist das Punktboard. Es bietet den Spielern neue Voraussetzungen - etwa dass man vier Sterne für vier siegreiche Kämpfe erhält, wodurch zwangsläufig mehr Interaktion entsteht. 

Es gibt Marker, Positionen, Missionen und spielgesteuerte Gegner, um die Interaktion zu steigern. So werden die Spieler gezwungen, ihre Spielausrichtung auf bestimmte Punkte zu fokussieren, was unseren Spielergruppen aus-gesprochen gut gefallen hat.

Man kann also Scythe jetzt deutlich kon-frontativer spielen als zuvor – was meiner Ansicht nach wesentlich besser zu der fiktiven Hintergrundstory und den dazugehörigen imposanten Mechs passt als das eigentliche Grundspiel (Wirtschafts-Aufbauspiel). Es ist jetzt möglich, Bündnisse zu schließen. Dadurch erhält Scythe ein Diplomatie-System, das äußerst interessant werden kann. 

Je nachdem, ob man den diplomatischen Vorteil auskostet oder im Spielverlauf brechen muss, entstehen für die Spieler unterschied-liche Konsequenzen.

Dazu gibt es zwei neue Fraktionen, woran vor allem Vielspieler und Scythe-Veteranen ihre große Freude haben werden. Beide passen perfekt zur Hintergrundstory, machen richtig viel Spaß, sind herausfordernd und extrem stark. Ich finde, dass sie im Vergleich zu den älteren Fraktionen eine Spur überpowert sind. Da wird die Zeit zeigen, ob sich mein Gefühl der ersten Spiele bewahrheitet oder es sich am Ende einpendelt. 

Es ist aber auch möglich, nicht nur gegen die Mitspieler anzutreten, sondern zusätzlich einen Automa-Gegner hinzuzunehmen. Leider macht er das Spiel unvorhersehbar und glückslastig, da alle Aktionen durch Zufall entschieden werden. Seine Bewegung wird durch zwei Würfel ermittelt, seine Kampfstärke durch die Kombination aus Würfel und aufgedeckten Karten. Das wurde in meinen Spielrunden mit gemischten Gefühlen aufgenommen und kon-nte nicht jeden gänzlich überzeugen. 

Zum Schluss besteht auch die Chance, Scythe kooperativ im Team zu erleben. So spielen die Spieler gegen das Spiel und erhalten eine völlig neue Variante und Erfahrung, die man auf jeden Fall einmal ausprobieren sollte.

tagebuch

Benny von BrettspielSuchties (YouTube) gibt seine ersten
Eindrücke von Scythe:
Aufstieg der Fenris 
wieder.

VERLAG:  Stonemaier Games,
Feuerland Spiele
AUTOREN: 
Ryan Lopez DeVinaspre,
Jamey Stegmaier
GRAFIK: Jakub Rozalski
ERSCHEINUNGSJAHR: 2018
SPRACHE: Deutsch
SPIELER: 1 - 5
ALTER: ab 12 Jahren
DAUER: 75 - 100 Minuten

FAZIT