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den kulissen

bei asmodee
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Dann war es an der Zeit, weitere sechs Runden Draft zu spielen, um die Top 8 zu ermitteln. Der berühmteste dieser Acht war „Pro Tour Rivals von Ixalan“-Semifinalist Pascal Vieren, für den dies sein vierter Grand Prix Top 8 war. Und auch in den Playoffs erwies sich Vieren als der ultimativer Meister des Deckbaues.

Wir fragen uns schon: Werden hier wirklich nur Spiele verwaltet und beworben? Wird bei Asmodee nicht auch gespielt? Aber da haben wir die Rechnung ohne die Lokalisation gemacht. Simon Blome ist einer der Spiele-Redakteure, die täglich mit den neuesten Spielen zu tun haben. „Wir sind dafür zuständig, dass die Spiele, die von unseren Partnern kommen, auch wirklich auf den deutschen Markt kommen.“ Hier werden Übersetzungen verfasst, sprachliche Feinheiten angepasst und die Spiele komplett für den deutschen Markt fertig gemacht. „Wir gestalten je nach Möglichkeiten auch mal ein wenig die Grafik um“, erklärt Blome. Denn manchmal funktionieren Designs beim deutschen Publikum einfach nicht, die in Frankreich, Portugal oder den USA dagegen richtig gut ankommen.

Die Lokalisation bei Asmodee lebt übrigens nicht im Hier und Jetzt. „Wir sind meist ein paar Monate in der Zukunft.“ Was bei Blome jetzt auf dem Computer und auf dem Schreibtisch landet, kommt Monate später fertig in den Handel. Er und seine Kollegen sind die Ersten, die bei Asmodee ein Spiel wirklich zu Gesicht bekommen und es kennenlernen. So sitzt er gerade am neuen Fall zu „Time Stories“. „Madame“ spielt im Jahr 1673 in Frankreich, zu Zeiten von Louis XIV. Simon Blome weiß schon jetzt, dass sich der neue Fall an erfahrene Spieler richtet, da er auf früheren Fällen aufbaut.

Von Martin Brock-Konzen

Vor wenigen Wochen, mitten im Ruhrgebiet, genauer in der heimlichen Millionenstadt Essen. Das Wetter ist fies, grau und nasskalt und wir fragen uns, was wir hier eigentlich machen. Ganz einfach: Hier in Essen hat Asmodee sein Zuhause gefunden. Einer der größten Verlage in Deutschland sitzt also auch in der Heimat der größten Publikumsmesse, der „Spiel“.

Wir wollen einmal hinter die Kulissen blicken, wollen einmal sehen, was tagtäglich hinter den Mauern eines großen Verlages passiert. Wird hier einfach nur gespielt? Sitzen Spieleerfinder mit rauchenden Köpfen zusammen und denken sich aus, was wir ein wenig später dann spielen können?

Doch zunächst einmal heißt es: suchen. Denn große bunte Schilder auf dem Dach einer riesigen Spielefabrik sucht man in Essen vergebens. „Wir stehen nicht im Vordergrund. Wir sorgen nur dafür, dass alles läuft“, erklärt uns später Pressemann  Robin de  Cleur. Deshalb  fände man bei neuen Spielen auch nicht mehr das Asmodee-Logo auf den Schachteln. Und so müssen  auch wir erst einmal wirklich suchen, um den Verlag zu finden. In einem eher trüben, betongrauen Industriegebiet findet sich an einem Bürogebäude ein kleines Klingelschild mit dem gesuchten Namen.

Mit dem Aufzug geht es auf die vierte Etage, die komplett von Asmodee belegt ist. Hinter den beiden Türen befindet sich das, was für uns Spieler ein Traum ist. Wir finden Plakate und Aufsteller von bekannten Spielen, Preise, die Asmodee eingeheimst hat, aber auch zahlreiche normale Räume, wie in jedem anderen Büro. Für die, die es anders erwarten: Es gibt keine großen Spieletische, auf denen sich Prototypen türmen. Entwickler werfen sich hier nicht Pöppel um die Ohren und auch stapelweise Spiele sucht man bei Asmodee vergebens.

Das hat zwei Gründe: Zum einen wird für die vielen Neuerscheinungen, die unter der Flagge von Asmodee auf den Markt kommen, schlicht und einfach gearbeitet. Es gibt ein Großraumbüro der Marketing-Abteilung, nebenan die Buchhaltung und die Geschäftsführung, einen großen Raum der so genannten „Lokalisation“ und natürlich die Grafik-Designer. Dazu ein paar Besprechungsräume, zwei Mit-arbeiterküchen und was man sonst in einem modernen Büro benötigt, um vernünftig zu arbeiten. 

Vetriebseinheit  und  unterstützen  die  Studios  beim Verkaufauf dem deutschen Markt“, fasst Yvette Vaessen, Commercial Director bei Asmodee, zusammen.Anders sieht das bei Vertriebspartnern aus. Verlage wie Repos, Horrible Games und seit neuestem auch Hans im Glück bleiben eigenständige Verlage mit eigener Geschäftsführung.
Allerdings wird mindestens der Verkauf über Asmodee geregelt. Je nach Vereinbarung übernimmt Asmodee teilweise auch Marketing-Aufgaben. Also eher trockener Stoff, ohne den es bei einem modernen Verlag nicht geht.

Die Studios, so erklärt uns Robin, arbeiten bei der Spielentwicklung eigenständig. Days of Wonder, Rebel, Ystari, Space Cowboys und Co. sitzen auch nach der Übernahme durch Asmodee weiterhin an den eigenen Standorten und entwickeln und entwerfen ihre Spiele selbst. Der einzige Unterschied: Aus einem „Verlag“ wird in so einen Fall ein „Asmodee Studio“.  In Essen läuft dafür dann die Lokalisation, also die Übersetzung und Anpassung für Deutschland und auch das Marketing. Jegliche Werbeaktionen  werden also zentral gesteuert. „Wir sind eine 

Martin im Gespräch mit Robin De Cleur „Presse-Sprecher“ bei Asmodee.

Es wird dann doch noch gespielt
EIN GANZ NORMALES BÜRO

Martin im Gespräch mit dem Spiele-Redakteur Simon Blome.

„Time Stories“. „Madame“ spielt im Jahr 1673 in Frankreich.

Um diese Arbeit vernünftig leisten zu können, muss in der Lokalisation gespielt werden. Denn nur wer die Spiele kennt und sie auch spielen kann, kann sie auch gut für den deutschen Markt umsetzen. „Bei uns ist das aber analytisches Spielen. Wir unterbrechen immer wieder und analysieren, um dem Spieler das bestmögliche Erlebnis zu bieten.“ Einfach mal zu einer Zockerrunde kommen die Mitarbeiter während der Arbeitszeit also nicht zusammen. „Leider spielen wir viel zu wenig.“ Mehr als fünf bis zehn Prozent ist das nach Simons Schätzung nicht. Aber, hey: Wer von Euch da draußen hat ‘ne Arbeit, bei der er bis zu vier Stunden in der Woche spielt?

Die Lokalisation ist auch die erste Adresse für Spieleentwickler, die ihre Idee bei einem Verlag umgesetzt haben möchten. Wöchentlich kommen mehrere Anfragen rein. „Diese Leute müssen wir immer ein wenig enttäuschen“, sagt Blome. Denn in Essen ist man mit seinem Prototypen falsch. Aber oft genug gibt die Lokalisation den Tipp, an welches Studio sich die Entwickler wenden können. „Wenn überhaupt, dann können nur unsere Kreativabteilungen damit etwas anfangen.“

Wir sind aber nicht bei Asmodee, um nur zu reden, wir wollen auch was sehen. Praktisch, dass Blome grade zwei so genannte Produktionsmuster auf dem Tisch hat. Dies sind fertig entwickelte und produzierte Spiele, die einmal produziert werden und dann zur letzten Überprüfung vor der Massenanfertigung in der Lokalisation einen letzten Check durchlaufen. So steht gerade „Gen7“ in Essen. Wie schon bei Winter der Toten basiert das Spiel auf dem Crossroads-Prinzip. Gemeinschaftlich erleben die Spieler eine epische Geschichte. Auf Blomes Schreibtisch steht ein komplett fertiges Spiel, als ob es eben aus seiner Cellophan-Hülle gepackt worden sei. Kein krakeliges Handmuster mit selbst geklebten Spielplänen. Die einzige Besonderheit: Dieses Spiel gibt es weltweit nur einmal. Erst im Juli oder August, also passend zur vierten Ausgabe unseres Magazins, wird das Spiel im Handel erscheinen – wenn denn alles mit der Produktion klappt. 

PRODUKTIONSMUSTER – ECHTE UNIKATE

Direkt daneben steht Victorian Masterminds, dass im dritten Quartal 2019 bei CMON kommen soll. Mit diesem Spiel taucht man ins viktorianische London ein. Die Spieler bauen verrückte Maschinen. Problem für die Lokalisation: Wie heißen die einzelnen Maschinen? Denn die originalen Namen würden hier nicht funktionieren. Das Produktionsmuster macht schon Lust auf mehr. Vor allem die zahlreichen Miniaturen berühmter Bauwerke, die im Spiel eine zentrale Rolle übernehmen, sehen richtig gut aus. Auch die einzelnen Stanzbögen wirken gelungen und die Teile lassen sich leicht herauslösen. Das ist ein Kriterium, auf das bei Asmodee jetzt geachtet wird. Ob Simon Blome bereits kleine Fehler entdeckt hat, verrät er uns allerdings nicht.

VICTORIAN MASTERMINDS,
ERSCHEINT IM DRITTEN QUARTAL 2019

Aktuell arbeitet die Lokalisation übrigens schon an Spielen für die Spiel im Oktober. „In der Regel fängt die Messe Essen für uns am Anfang des Jahres an“, so Blome. Sobald wir Spieler uns dann mit den für uns „neuen“ Titeln eindecken, denkt Blome schon längst an ganz andere Sachen. Nur wenn die Messe dann läuft, wird auch er noch einmal nervös. Denn dann wird die Frage beantwortet, ob wirklich alles richtig gemacht wurde und ob ein Spiel auch wirklich so gut ankommt wie erhofft oder ob es wie Blei in den Regalen liegen bleibt.

Video zu Hinter den kulissen - asmodee
hinter
den kulissen

bei asmodee
Ein ganz normales Büro

Vor wenigen Wochen, mitten im Ruhrgebiet, genauer in der heimlichen Millionenstadt Essen. Das Wetter ist fies, grau und nasskalt und wir fragen uns, was wir hier eigentlich machen. Ganz einfach: Hier in Essen hat Asmodee sein Zuhause gefunden. Einer der größten Verlage in Deutschland sitzt also auch in der Heimat der größten Publikumsmesse, der „Spiel“.

Wir wollen einmal hinter die Kulissen blicken, wollen einmal sehen, was tagtäglich hinter den Mauern eines großen Verlages passiert. Wird hier einfach nur gespielt? Sitzen Spieleerfinder mit rauchenden Köpfen zusammen und denken sich aus, was wir ein wenig später dann spielen können?

Dann war es an der Zeit, weitere sechs Runden Draft zu spielen, um die Top 8 zu ermitteln. Der berühmteste dieser Acht war „Pro Tour Rivals von Ixalan“-Semifinalist Pascal Vieren, für den dies sein vierter Grand Prix Top 8 war. Und auch in den Playoffs erwies sich Vieren als der ultimativer Meister des Deckbaues.

Herzlichen Glückwunsch an Pascal Vieren,
Champion des Grand Prix Prag 2019!

Das epische Finale spielte er gegen Alexander Rosdahl, welches ihr hier Euch hier noch einmal ansehen könnt.

Ich hatte ebenfalls überlegt Schwarz ins Deck zu splashen, da ich sehr gute Kreaturenzerstörungs-Karten besaß. Am Ende entschied ich mich aber dagegen, da ich Gefahr lief, mich selbst vor Mana-Probleme zu stellen. Diese Angst hatten meinen Gegenspieler nicht gehabt und sollten am Ende Recht behalten, da ich sehr viele Spiele gegen Weiß/Grün/Schwarz spielen musste, oder statt Weiß Blau verwendet wurde, um so nicht auf die wichtigen Zerstörungs- Karten verzichten zu müssen!

MEINE TOP deck COMBO TRICKS AUS PRAG

WAS GAB ES SONST NOCH?

Es gab natürlich zahlreiche Side Events, die die Spieler an den drei Tagen besuchen konnten. Von Standard, Modern, Draft, Sealed bis hin zu Commander, war quasi Alles möglich. Ich habe selber bei einen Draft mitgespielt, mit direktem KO-System. Der Gewinner sollte dreißig Booster erhalten. Leider habe ich in der ersten Runde gegen Boros (Weiß/Rot) mit meinem Golgari (Schwarz/Grün) Deck verloren.

Dazu gab zahlreiche Stände, wo man Karten für seine Sammlung kaufen oder auch verkaufen konnte. Es gab auch mehrere Stände, wo die Magic the Gathering Illustratoren, ihre Kunstwerke verkauften, in Form von Bildern, Token oder Spielmatten. Unter anderem war Milivoj Ćeran vor Ort, der die bekannte Karte „Vanquisher‘s Banner“ gezeichnet hat oder auch Randy Post, von dem die Karte „Avatar of Who“, oder auch zahlreiche Engels Illustrationen stammen. Von ihm habe ich mir auch seine großartigen und extravaganten Tokens zugelegt, die mal was ganz Anderes sind und somit jeden Magic Spieler verzaubern und in seinen Bann ziehen wird! Seht euch hierzu die Bildergalerie an.

Gehe auf die < Pfeile >  um weitere Bilder zu sehen


FAZIT

Für mich persönlich war es eine mega tolle Erfahrung und ein perfektes Wochenende in der wunderschönen Stadt Prag. Mein Traum von einem eigenen Team wurde wahr, ich bin sogar zeitweise unter den Top 300 Spielern platziert gewesen und konnte sehr viel Erfahrung mit nach Hause nehmen. 

Dazu habe ich den aktuell besten deutschen Magic Spieler kennen gelernt - Christian Hauck, Bruder von Meinem Teammitglied Manuel Hauck. Leider lief es in Prag für Christian nicht so gut und konnte sich somit nicht für Sonntag qualifizieren. Aber freue mich in Zukunft, mich mit ihm bei MTG: Arena das ein oder andere mal zu battlen! Ich weiß jetzt schon, dass es nicht mein letztes Magic Fest, sondern erst der Anfang einer magischen Reise war. Ich kann auf jeden Fall jedem raten, mindestens einmal ein Magic Turnier zu be-suchen und teilzunehmen, es lohnt sich!

Tobias Franken

In der 2. Runde spiele ich Wild Mongrel aus. Wenn ich Karten durch seine Fähigkeit abwerfe, bekommt diese Kreatur +1/+1 und eine Farbe meiner Wahl bis zum Ende des Zuges. In der dritten Runde sollte ich am besten Ulamog`s Crusher, durch den Mongrel abwerfen. Das ist eine 8/8 Kreatur farblose Kreatur, bei welcher der Gegner 2 Karten opfern muss, wenn er angreift. In der 4. Runde spiele ich dann die Hexerei Rescurrection, wo ich eine Kreatur aus dem Friedhof aufs Spielfeld zurückbringen kann. So habe ich in Runde 4 einen 8/8 starken Giganten auf dem Board, wo der Gegner nur staunen und heulen wird! Der Trick hat zum Glück einmal geklappt, leider aber nur einmal!

Man spielt bis zur 3. Runde aus, was geht, möglichst viele Kreaturen. In der 4. Runde spielt man dann die Aura Verzauberung Pattern of Rebirth auf eine Kreatur. Wenn diese dann stirbt, kann man eine Kreatur aus dem Deck ins Spiel bringen, was die nächste Möglichkeit war, meinen Ulamog`s Crusher (8/8 Kreatur) ins Spiel zu bringen! Dieser Trick wurde dann auch gegen mich selbst angewandt und leider war mein Gegner schneller und somit verlor ich das Spiel!

Der dritte Trick/ die dritte Kombo war die Kombination aus Kreaturen (Tethmos High Priest, Hero of Leina Tower und Wingsteed Rider) die stärker werden oder Fähigkeiten triggern, wenn sie angezielt werden. Gepaart habe ich dies mit Aura Verzauberungen (Snake Umbra, Spider Umbra, Mammoth Umbra, Faith`S Fetters und Eldrazi Conscription), die dies unterstützen sollten. Zusätzlich dazu habe ich noch die Kreatur Heliod`s Pilgrim gespielt, womit ich mir die Verzauberungen aus dem Deck suchen kann. Damit hatte ich die Option die jeweils passende Verzauberung zu ziehen, um mich dem Spiel und der Spielsituation anzupassen.

Von Martin Brock-Konzen
Gaming Wolves

Doch zunächst einmal heißt es: suchen. Denn große bunte Schilder auf dem Dach einer riesigen Spielefabrik sucht man in Essen vergebens. „Wir stehen nicht im Vordergrund. Wir sorgen nur dafür, dass alles läuft“, erklärt uns später Pressemann  Robin de  Cleur. Deshalb  fände man bei neuen Spielen auch nicht mehr das Asmodee-Logo auf den Schachteln. Und so müssen  auch wir erst einmal wirklich suchen, um den Verlag zu finden. In einem eher trüben, betongrauen Industriegebiet findet sich an einem Bürogebäude ein kleines Klingelschild mit dem gesuchten Namen.

Mit dem Aufzug geht es auf die vierte Etage, die komplett von Asmodee belegt ist. Hinter den beiden Türen befindet sich das, was für uns Spieler ein Traum ist. Wir finden Plakate und Aufsteller von bekannten Spielen, Preise, die Asmodee eingeheimst hat, aber auch zahlreiche normale Räume, wie in jedem anderen Büro. Für die, die es anders erwarten: Es gibt keine großen Spieletische, auf denen sich Prototypen türmen. Entwickler werfen sich hier nicht Pöppel um die Ohren und auch stapelweise Spiele sucht man bei Asmodee vergebens.

Das hat zwei Gründe: Zum einen wird für die vielen Neuerscheinungen, die unter der Flagge von Asmodee auf den Markt kommen, schlicht und einfach gearbeitet. Es gibt ein Großraumbüro der Marketing-Abteilung, nebenan die Buchhaltung und die Geschäftsführung, einen großen Raum der so genannten „Lokalisation“ und natürlich die Grafik-Designer. Dazu ein paar Besprechungsräume, zwei Mit-arbeiterküchen und was man sonst in einem modernen Büro benötigt, um vernünftig zu arbeiten. 

Martin im Gespräch mit Robin De Cleur „Presse-Sprecher“
bei Asmodee.

Die Studios, so erklärt uns Robin, arbeiten bei der Spielentwicklung eigenständig. Days of Wonder, Rebel, Ystari, Space Cowboys und Co. sitzen auch nach der Übernahme durch Asmodee weiterhin an den eigenen Standorten und entwickeln und entwerfen ihre Spiele selbst. Der einzige Unterschied: Aus einem „Verlag“ wird in so einen Fall ein „Asmodee Studio“.  In Essen läuft dafür dann die Lokalisation, also die Übersetzung und Anpassung für Deutschland und auch das Marketing. Jegliche Werbeaktionen  werden also zentral gesteuert. „Wir sind eine 

Vetriebseinheit  und  unterstützen  die  Studios beim Verkaufauf dem deutschen Markt“, fasst Yvette Vaessen, Commercial Director bei Asmodee, zusammen.Anders sieht das bei Vertriebspartnern aus. Verlage wie Repos, Horrible Games und seit neuestem auch Hans im Glück bleiben eigenständige Verlage mit eigener Geschäftsführung.
Allerdings wird mindestens der Verkauf über Asmodee geregelt. Je nach Vereinbarung übernimmt Asmodee teilweise auch Marketing-Aufgaben. Also eher trockener Stoff, ohne den es bei einem modernen Verlag nicht geht.

video zu hinter den kulissen -
asmodee

Wir sind aber nicht bei Asmodee, um nur zu reden, wir wollen auch was sehen. Praktisch, dass Blome grade zwei so genannte Produktionsmuster auf dem Tisch hat. Dies sind fertig entwickelte und produzierte Spiele, die einmal produziert werden und dann zur letzten Überprüfung vor der Massen-anfertigung in der Lokalisation einen letzten Check durchlaufen. So steht gerade „Gen7“ in Essen. Wie schon bei Winter der Toten basiert das Spiel auf dem Crossroads-Prinzip. 








Gemeinschaftlich erleben die Spieler eine epische Geschichte. Auf Blomes Schreibtisch steht ein komplett fertiges Spiel, als ob es eben aus seiner Cellophan-Hülle gepackt worden sei. Kein krakeliges Handmuster mit selbst geklebten Spielplänen. Die einzige Besonderheit: Dieses Spiel gibt es weltweit nur einmal. Erst im Juli oder August, also passend zur vierten Ausgabe unseres Magazins, wird das Spiel im Handel erscheinen – wenn denn alles mit der Produktion klappt. 

Die Lokalisation bei Asmodee lebt übrigens nicht im Hier und Jetzt. „Wir sind meist ein paar Monate in der Zukunft.“ Was bei Blome jetzt auf dem Computer und auf dem Schreibtisch landet, kommt Monate später fertig in den Handel. Er und seine Kollegen sind die Ersten, die bei Asmodee ein Spiel wirklich zu Gesicht bekommen und es kennenlernen. So sitzt er gerade am neuen Fall zu „Time Stories“. „Madame“ spielt im Jahr 1673 in Frankreich, zu Zeiten von Louis XIV. Simon Blome weiß schon jetzt, dass sich der neue Fall an erfahrene Spieler richtet, da er auf früheren Fällen aufbaut.

Um diese Arbeit vernünftig leisten zu können, muss in der Lokalisation gespielt werden. Denn nur wer die Spiele kennt und sie auch spielen kann, kann sie auch gut für den deutschen Markt umsetzen. „Bei uns ist das aber analytisches Spielen. Wir unter-brechen immer wieder und analy-sieren, um dem Spieler das best-mögliche Erlebnis zu bieten.“ Einfach mal zu einer Zockerrunde kommen die Mitarbeiter während der Arbeitszeit also nicht zusammen. „Leider spielen wir viel zu wenig.“ Mehr als fünf bis zehn Prozent ist das nach Simons Schätz-ung nicht. Aber, hey: Wer von Euch da draußen hat ‘ne Arbeit, bei der er bis zu vier Stunden in der Woche spielt?







Die Lokalisation ist auch die erste Adresse für Spieleentwickler, die ihre Idee bei einem Verlag umgesetzt haben möchten. Wöchen-tlich kommen mehrere Anfragen rein. „Diese Leute müssen wir immer ein wenig enttäuschen“, sagt Blome. Denn in Essen ist man mit seinem Prototypen falsch. Aber oft genug gibt die Lokalisation den Tipp, an welches Studio sich die Entwickler wenden können. „Wenn überhaupt, dann können nur unsere Kreativabteilungen damit etwas anfangen.“

Produktionsmuster –
echte Unikate
Produktionsmuster –
echte Unikate

Wir fragen uns schon: Werden hier wirklich nur Spiele verwaltet und beworben? Wird bei Asmodee nicht auch gespielt? Aber da haben wir die Rechnung ohne die Lokalisation gemacht. Simon Blome ist einer der Spiele-Redakteure, die täglich mit den neuesten Spielen zu tun haben. „Wir sind dafür zuständig, dass die Spiele, die von unseren Partnern kommen, auch wirklich auf den deutschen Markt kommen.“ Hier werden Übersetzungen verfasst, sprachliche Feinheiten angepasst und die Spiele komplett für den deutschen Markt fertig gemacht. „Wir gestalten je nach Möglichkeiten auch mal ein wenig die Grafik um“, erklärt Blome. Denn manchmal funktionieren Designs beim deutschen Publikum einfach nicht, die in Frankreich, Portugal oder den USA dagegen richtig gut ankommen.

VICTORIAN MASTERMINDS,
ERSCHEINT IM
DRITTEN QUARTAL 2019

Aktuell arbeitet die Lokalisation übrigens schon an Spielen für die Spiel im Oktober. „In der Regel fängt die Messe Essen für uns am Anfang des Jahres an“, so Blome. Sobald wir Spieler uns dann mit den für uns „neuen“ Titeln eindecken, denkt Blome schon längst an ganz andere Sachen. Nur wenn die Messe dann läuft, wird auch er noch einmal nervös. Denn dann wird die Frage beantwortet, ob wirklich alles richtig gemacht wurde und ob ein Spiel auch wirklich so gut ankommt wie erhofft oder ob es wie Blei in den Regalen liegen bleibt.