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Brass simuliert die industrielle Revolution zwischen dem 1700 und 1800 Jahrhundert in England. Im Laufe des Spiels erweitert ihr eure Imperien durch den Bau von Kanälen und Eisenbahnstrecken sowie durch Errichtung und Entwicklung diverser Industrieanlagen wie Baumwollspinnereien, Kohle-bergwerke und Eisenhütten. Werften und Häfen sind zusätzlich noch bei der Version von Lancashire dabei die gegen Fabriken, Töpfereien und Brauereien bei der Version von Birmingham ausgetauscht werden.

DARUM GEHT ES IN
BEIDEN BRASS SPIELEN

2017 startete Roxley Games eine erfolgreiche Kickstarter Kampagne, bei der mehr als 14.000 Spieler zugeschlagen haben. Brass Lancashire ist eine Neuauflage des Meisterwerks Brass, das Spielautor Martin Wallace 2007 entwarf und später von Pegasus-Spiele in Deutsch unter dem Namen Kohle herausgebracht wurde. In der Brettspielszene gehört es seit Jahren zu einem der beliebtesten Experten- und Wirtschafts-Brettspielen, welches aktuell unter den 30 bestplatzierten Brettspielen auf boardgamegeek.com gelistet ist.

WARUM EINE NEU
AUFLAGE UND 2 VERSIONEN?

Hingegen ist Brass Birmingham ein komplett neues und eigenständiges Spiel. Auch hier geht es um die industrielle Revolution und spielt in der Zeit zwischen 1770 bis 1870. In der Szene sagt man dem Spiel nach, dass es eine Fan-Edition ist, in die angeblich viele Wünsche der Spieler eingeflossen sind, wodurch die Version noch komplexer sei und mehr Spieltiefe besitzt als die Lancashire-Version.
Aber wie unterscheidet sich den jetzt Brass Birmingham von Lancashire?


unterschiede
fakten
fakten

Wer Brass oder Kohle noch nicht besitzt und solche Spiele liebt, dem kann ich eine klare Kaufempfehlung geben. Die Frage, die man sich dann stellen muss, lautet: brauche ich beide Versionen? Ehrlich gesagt nicht unbedingt. Aus heutiger Sicht und dadurch, dass ich beide Versionen besitze und intensiv gespielt habe, würde ich jedem die Version Brass Birmingham empfehlen. Warum? Weil sie noch komplexer ist als Brass Lancashire, zwei Brettspielseiten besitzt mit Tag und Nacht Artwork und alle Grundregeln beinhaltet,  die das Original auch verwendet. Beide Versionen sind natürlich optisch ein Augenschmaus, aber auch eine teure Angelegenheit. Wer sich den gehobenen Strategie- und Worker-Placement- Spielen annähern möchte, ist dann besser bei Brass Lancashire aufgehoben.

LOHNT SICH DER KAUF, WENN MAN DIE ALTE VERSION HAT?

Chris von Victoria Parta Spiele (Youtube) 
erklärt euch die Regeln zu 
Brass Lancashire 

die Regeln zu  Brass Birmingham
werden von Spielama (YouTube) präsentiert

Das Spiel verschlingt schon einiges an Zeit, wessen man sich bewusst werden sollte. Es wird zwar offiziell mit 60-120 Minuten beworben, man sollte aber definitiv mehr Zeit einplanen, vor allem zu viert. Ich würde eher mit 45 Minuten pro Spieler rechnen. Denn hier muss man permanent überlegen, welche Karten bzw. Strecke mir aktuell den besten Vorteil einbringt. Diese kann man zwar schon im Zug der Mitspieler gedanklich durchgehen, aber oft werden die eigenen Überlegungen durchkreuzt oder es ergeben sich neue Optionen, die noch ertragreicher bzw. gewinnbringender sind. 

Den Schwierigkeitsgrad von Brass Lancashire würde ich im gehobenen Kenner-, eher im Expertenspielbereich ansiedeln. Hier gibt es viel zu überlegen, viele Optionen wie man Punkte generieren kann, man muss auch versuchen, die Mitspieler im Auge zu behalten und gleichzeitig erahnen, welchen Weg und welche Orte sie verwenden wollen, so dass man dadurch Vorteile für sich selbst erhält. Sich nämlich nur auf sich zu konzentrieren wird einem weniger bringen, und genau das macht das Spiel auch so komplex und interessant.  

Brass Birmingham legt dann noch eine Schüppe drauf und hier sind wir auf jeden Fall im Expertenspielbereich angelangt, da es hier noch mehr Optionen gibt, Waren noch mehr miteinander verwoben sind und man unterschiedliche Punkte von Plättchen erhält. Zum Beispiel gibt das erste Plättchen 10 Siegpunkte, wogegen das nächste überhaupt keine Punkte einbringen kann, dafür aber das dritte wieder attraktiv wird. Man braucht Bier jetzt auch noch für doppelten Schienenbau, was aber sehr schwer zu erhalten ist und somit eine Mangelware auf dem Spielbrett ist.


dauer und
schwierigkeitsgrad

KRITIK

Der Einstieg könnte für einige Spieler eine Hürde werden, aber spätesten nach der ersten Epoche wird man das Spiel verstanden haben und wird seinen Spaß daran bekommen. Sollte man mit erfahrenen Spielern am Tisch sitzen, könnte es zu Frustmomenten kommen, da man etwas Spielerfahrung braucht, um die Mechaniken zu verinnerlichen und zu meistern. Dank der Überarbeitung der Regeln sind diese jetzt auch viel verständlicher als in der Originalversion, die zugegebenermaßen eine Katastrophe waren.

Dazu könnte ich mir vorstellen, dass einige das Spielbrett und die Aufdrucke etwas zu dunkel finden. Aber keine Sorge, man kann alles noch gut erkennen und ich finde, dass dadurch die industrielle Revolution perfekt widergespiegelt wird, die zu dieser Zeit halt dreckig und düster war. Außerdem sind die jeweiligen Spielerplättchen sehr hell gehalten und setzen sich somit perfekt vom dunkleren Spielbrett ab und lässt dadurch alle wichtigen Aktionen sehr gut erkennbar werden. 

Als letzter Kritikpunkt könnten einige die Zeit, die man für das Spiel braucht, bemängeln. Denn Brass ist ein Zeit-Verschlinger und auf gar keinen Fall ein schnelles Spiel. Drei Stunden sollte man einplanen oder pro Zug Zeitlimits vereinbaren, so dass man Brass auch in gut zwei Stunden gespielt bekommt.

FÜR WEN IST
DAS SPIEL GEEIGNET?

Natürlich für alle Fans von Strategie-, Worker-Placement- (Arbeitereinsatz), Warenwirtschafts- und Industrie-Spielen, die es gleichzeitig lieben, sich bei Spielen zu vernetzen und anhand von Karten- das Spiel zu managen. Es ist ein richtiger Brainburner und gehört zu den besten Expertenspielen auf dem Markt. Das Spiel ist auch super für zwei Spieler geeignet und muss nicht irgendwelche neuen Regeln befolgen, wie beim Vorgänger. Hier bekommt man das gleiche Spielvergnügen wie zu dritt oder viert. Obwohl ich es zu dritt und viert, durch die höhere Interaktion untereinander, noch spannender finde, kann man es aber trotz allem gut zu zweit spielen.

VERLAG: Roxley
AUTOREN:  Gavan Bown, Matt Tolman,
Martin Wallace
GRAFIK: Lina Cossette, Peter Dennis, David Forest, Eckhard Freytag, Damien Mammoliti
ERSCHEINUNGSJAHR: 2018
SPRACHE: Englisch
SPIELER: 2 - 4
ALTER: ab 14 Jahren
DAUER: 60 - 120 Minuten
PREIS: ca.  50 €

Vielspieler
fazit: Sven
fazit: FABIAN
Vielspieler
Gaming Wolves
fazit: Tobias