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Was ist spirit Island?

Es macht einfach wahnsinnig viel Spaß in die Geister einzutauchen, sie zu entwickeln, zusammen mit Mitspielern Symbiosen zu erkennen und eben auch zu scheitern. Nicht alle Geister passen gut zueinander, mancher Geist erschließt sich erst nach einigen Partien. Du wirst hier probieren wollen! Nach einer Partie, ob gewonnen oder vor allem beim Verlieren, gleich noch einen Versuch wagen. Durch die Andersartigkeit, bei ordentlicher Komplexität, vernichtet Spirit Island gleich das nächste Problem vieler kooperativer Spiele: den Alphaspieler. Keiner überblickt hier alles, schon gar nicht das Deck anderer Spieler. Jeder hier ist wichtig und muss sich einbringen – grandios!

Unser Gastrezensent zu
Spirit Island ist Christian
von Brett & Pad

Im kooperativen Brettspiel Spirit Island übernehmen die Spieler unterschiedliche Geister, die auf einer Insel im Einklang mit einem indigenen Volk leben. Dann erscheint eines Tages der europäische Mensch mit seiner aggressiven Eroberungskultur. Städte und Dörfer werden errichtet, Entdecker pflügen durchs Land und zerstören die Flora und Fauna. Man kennt dieses Szenario aus jedem 4X-Spiel. Nur übernimmt hier das Brettspiel den Eroberungs-Part. Die Spieler versuchen durch das Ausspielen von Karten das Land zu retten, das indigene Volk zu schützen, den Invasoren das Fürchten zu lehren und Dörfer und Städte mit der Gewalt der Natur zu tilgen.

Darum geht es in Spirit island
Die bösen Invasoren

Schnell lernt man diese Plastikfiguren zu hassen! Wie schnell sie sich ausbreiten und die Insel einnehmen. Wer sich nur ein wenig thematisch in seinen Geist einfühlt, der ballt hier schnell die Faust. Die Ausbreitung wird über ein Kartendeck und drei hintereinander geschaltete Slots auf dem Invasorentableau gesteuert. Sind die Invasoren am Zug, wird zufällig eine Karte aufgedeckt, die den Landstrichen auf der Insel entsprechen.

Im ersten Slot werden Entdecker auf das entsprechende Gebiet gestellt, dann wandert die Karte weiter. In der nächsten Runde wird in diesem Gebiet gebaut, danach der Landstrich verwüstet.

Verwüstungen wiegen besonders schwer, da diese Ödnis erzeugen. Sind alle Ödnismarker im Spiel, haben die Spieler verloren.
Erschwerend kommt hinzu, dass jede Runde eine neue Karte gezogen wird, sodass sehr schnell in allen drei Slots eine Karte liegt. Während man also die Ödnis in den Wäldern bekämpft, breiten sich Entdecker im Sumpf aus und im Gebirge wird fleißig gebaut. Die Invasoren üben schon auf einem niedrigen Schwierigkeitsgrad enormen Druck aus! Das ist wichtig für die Spannung, aber auch für das Spielgefühl. Man merkt förmlich wie die Invasoren die Insel auf links drehen und die Natur mit dem Rücken zur Wand steht. Voller Einsatz ist gefragt!

Das Erwachen der Geister

Zeit, dass die Geister sich erheben! Die Geister haben alle etwas gemeinsam: Ein eigenes Startdeck, zum Rundenbeginn immer die Wahl aus drei Startaktionen und Spezialfähigkeiten, die durch passende Elemente ausgelöst werden. Die Startaktionen, Spezialfähigkeiten, wie auch das anfängliche Deck, unterscheiden sich aber zum Teil dramatisch voneinander. Spielerisch wie auch thematisch ist Spirit Island eine Wucht! Als wütender Geist des Meeres bin ich nur stark an den Küsten, als Geist des Schattens agiere ich eher über Furcht und Kontrolle, weniger durch direkten Schaden. Als Erdgeist bin ich mächtig, aber sehr langsam in alle meinen Aktionen. Die Geister entwickeln sich unterschiedlich, unterscheiden sich bei der Anzahl an maximal auszuspielenden Karten pro Runde, der Ausbreitungsgeschwindigkeit auf der Insel und der Energiegewinnung.

Spielmechanik die Spaß macht

Ich will euch nicht mit Details erschlagen, dafür sind die Spielregeln da. Aber ein paar Worte müssen sein. Die Spannung entsteht nicht nur durch das forsche Auftreten der Invasoren, sondern auch durch die unzähligen Möglichkeiten, wie die Spieler vorgehen können. Da wäre zum Beispiel die Furcht, einer meiner Lieblinsgmechaniken! Durch unterschiedliche Aktionen (Karten, Dörfer oder Städte vernichten) sorgen die Geister für Angst und Schrecken unter den Invasoren. Heißt, es wandern Furchtmarker in einen Pool. Ist dieser am Maximum, löst man in der nächsten Invasorenphase eine Furchtkarte aus. Besser noch, hat man genügend Furchtkarten ausgelöst, steigt die Furchstufe, das erleichtert die Siegbedingungen. Die Menschen, die anfänglich kaum an Geister glauben, kriegen plötzlich feuchte Hosen!

Spirit Island passt in unsere gegenwärtige Situation. Vielleicht fesselt es auch deswegen so sehr. Eine Utopie, wo die Guten, in Form der Natur, den Menschen Einhalt gebieten. Das spiegelt sich auch im Material wider. Für manchen oberflächlichen Betrachter ist das Spielmaterial ziemlich wild zusammengestellt, daher unruhig, ja bisweilen hässlich – vor allem das Plastik. Nur, wie witzig ist bitte der Wink mit der Brechstange: das Böse wird im Spiel durch Marker und Figuren aus Plastik, das Gute, in Form der ursprünglichen Völker und Geister, in Holz dargestellt. Das Spielmaterial ist somit emotionaler Anker und wichtig für das Erlebnis. Was stören kann, ist das sehr weiche Plastik und deren Selfmade-Optik. Leichter Punktabzug im Detail. Wer sich an der bunten, eher abstrakten Inseloberfläche stört, darf übrigens gerne auf die thematischere Rückseite wechseln – allerdings mit einem Anstieg des Schwierigkeitsgrads erkauft.

Die Metaebene und das Material

Johannes von Hunter & Cron (YouTube)
erklärt euch die Regeln
 zu Spirit Island 

Abseits neben den unterschiedlichen Geistern, Inselteilen und der großen Variation beim Deckbuilding, bietet Spirit Island enorm viel Gestaltungsspielraum. Wie die Insel auf die Ödnis reagiert, kann ebenso verändert werden, wie die Fähigkeiten der Invasoren. Hier gibt es drei Nationen, die sich unterschiedlich Ausbreiten und mit Sonderregeln aufwarten. Jeweils in 6 verschiedenen Schwierigkeitsgraden pro Nation. Dazu gibt es Szenarien, die den Inselaufbau und die Start- und Siegbedingungen ändern. Kombinierbar ist das dann noch mit dem thematischen Inselaufbau, der vorgibt, wie die Inselteile liegen müssen.

                                                                 CHRISTIAN - Brett & Pad 

VERLAG:  Greater Than Games
Pegasus Spiele
 
AUTOREN:  R. Eric Reuss
GRAFIK: Unterschiedliche
ERSCHEINUNGSJAHR: 2017
SPRACHE: Deutsch
SPIELER: 1 - 4
ALTER: ab 13 Jahren
DAUER: 90-120 Minuten
PREIS: ca. 55 €

Gaming Wolves
fazit: Tobias
fazit: Johannes
Hunter & Cron
Brett & Pad
fazit: Christian